Cool Kids – Echosmith


„Cool ist für mich so etwas wie einzigartig zu sein, jemand zu sein, der man sein will, und so, wie man sich selbst sieht, denke ich“ – Im Vorspann gibt es bereits eine sehr differenzierte und identitätsbewusste Sicht auf das jugendliche Leitbild „Cool-Sein“. Der Song und das Musikvideos nähern sich der Angelegenheit aus der Sicht von Jugendlichen auf eher fragende Weise an: grandios!

Das Video nimmt den Songtext sehr prägnant filmisch auf und garniert das Ganze mit ergänzenden Social-Media-Hashtags, die sich vorzüglich zur Entschlüsselung der Dramaturgie des Gesamtwerks eignen. Im Zentrum steht die Erfahrung des Andersseins bzw. das darin verborgene Wissen um die eigene Identität, die tiefe Sehnsucht nach (Selbst-) Akzeptanz und der Eindruck eines unüberwindbar breiten Grabens zwischen dem Ich und den „Cool Kids“. Die im Songtext ausgedrückte Ambivalenz wird im Musikvideo als eine Entwicklung gezeigt, so dass die „Outcasts“ schliesslich die konventionelle und leere Coolness der „Kids“ mit einem wilden Tanz hinter sich lassen; einzigartig, als Menschen, die sie sein wollen und so, wie sie sich sehen: wirklich cool!

Für den Unterricht kann man damit rechnen, dass der Song und das eine oder andere Musikvideo (s.u.) bereits bekannt sind. Dennoch bietet das hier vorgestellte Musikvideo sicher noch einige Entdeckungen.

Nach einer ersten Visionierung könnten zunächst Beobachtungen auf der Bildebene gesammelt werden, zunächst ohne Fokus auf die Hashtags (evtl. „Official Music Video“ einsetzen): Welche Rolle spielen die verschiedenen Gruppen und Personen? Welche Entwicklung zeigt das Video?

Sehr bald einmal wäre sicherzustellen, dass der englische Text zugänglich ist (evtl. „Official German Lyric Video“). Davon ausgehend ergeben sich weitere Fragestellungen für die Bildebene: Wie wird der Songtext filmisch umgesetzt? Ist die Bildebene Illustration oder Kontrast? Wo sind die „Cool Kids“ zu sehen?

Zur Gliederung der filmisch gezeigten Entwicklung ist die Sammlung und Entschlüsselung der Hashtags hilfreich: #outcast, #uncool, #am_i_cool?, #different, #scared, #cool?, #faith_in_self, #rise_above. Welche Fragen und Probleme sind angesprochen? Welche Lösungen zeigt das Video? Wie stehen die Schülerinnen und Schüler zu den Fragen und zu den Lösungen?

Schliesslich könnte zum Abschluss der kurze Interview-Vorspann als Schlüssel für das Verständnis des ganzen Werks dienen.

Auf verschiedenen Videoplattformen findet sich eine enorme Zahl von Videoclips zu diesem Song. Grob gesagt gibt es zwei, bei genauerer Betrachtung mindestens vier (!) offizielle Musikvideos zum Song, dazu noch Akustik- und Live-Version, zahlreiche Coverversionen, Parodien etc. Das hier vorgestellte Musikvideo ist die gewissermassen als Directors-Cut zu bezeichnende Version des zweiten offiziellen Videos (Mark Pellington, 2014). Ein paar Hinweise zu den anderen Versionen:

Das erste „Official Web Video“ (Gus Black, 2013) kontrastiert die in einem Haus spielende Band („Ich“) mit einer Gruppe Jugendlicher („Cool Kids“), die durch eine fast paradiesisch schöne sommerliche Landschaft streicht. Auch in der Gruppe wird eine Jugendliche eher als Aussenseiterin gezeigt, die gegen Ende integriert scheint:

Neben der hier gezeigten Version des zweiten Videos gibt es das sehr ähnliche „Official Music Video“ (Mark Pellington, 2014), das sich in Schnitt, Bild und durch Auslassung sämtlicher Hashtags unterscheidet. Dadurch fokussiert es stärker auf die Musik und die reine Bildebene:

Für die Erarbeitung des Songtextes könnte das „Official German Lyric Video“ interessant sein, wenn es auch filmisch nicht mehr wirklich überzeugen kann (aber sogar das ist interessant in Sachen Filmbildung). Der deutsche Text gerät hier so stark in den Vordergrund, dass die Entwicklung des ursprünglichen Musikvideos kaum noch nachvollziehbar ist:

Ausgehend von den zahlreichen Covers und Parodien des Videos könnte der Unterricht schliesslich in die Planung und Herstellung eines eigenen Musikvideos zum Song münden, möglicherweise sogar mit einer eigenen Cover-Version.

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