Plädoyer für Kurzfilme


Kurzfilme eignen sich besonders gut für die Bearbeitung im Unterricht.

Filme bieten einen Zugang zu unterrichtlich nicht reproduzierbaren Phänomenen und Wirklichkeiten

  • Viele Abläufe, Handlungen und Entwicklungen können im Schulzimmer nicht betrachtet werden.
  • Aussserordentliches, Unregelmässiges, Entferntes oder Gefährliches ist aber dennoch Teil der Wirklichkeit und gehört daher in den Unterricht.
  • Verschiedene Lebenswelten, Lebensgeschichten, Situationen und Erlebnisse sind zwar auch im Kontext der Schule vorhanden, aber zur Besichtigung mit einer ganzen Schulklasse nicht zugänglich. Aber im Film.

Filme leisten einen Beitrag zur Lebensweltorientierung des Unterrichts

  • Die Lebenswelten insbesondere von Kindern und Jugendlichen sind heute selbstverständlich von Medien, speziell Videos durchdrungen. Sozialisation und Bildung findet heute zu einem grossen Teil medial statt.
  • Die unterrichtliche Arbeit mit Film macht deutlich, dass die Schule sich orientiert an der von Medien durchdrungenen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen und dass sie Kinder und Jugendliche bei ihrer Sozialisation begleiten und unterstützen will.

Filme sind gute Medien zum Lernen

  • Filme sprechen durch ihre multimediale Struktur gleichzeitig mehrere Sinne an und ermöglichen damit eine mehrfache Kodierung, eine horizontale Verarbeitung der angesprochenen Inhalte.
  • Filme bieten Informationen oft narrativ dar, auch das Erlebnis einer Filmvorführung eröffnet einen Zugang zu den filmisch angesprochenen Inhalten via Gefühl und Emotion. Die Verknüpfung von semantischer und episodischer Informationsverarbeitung ermöglicht nachhaltiges Lernen.

Für den Unterricht sind Kurzfilme besser

Ich weiss nicht, was ein Kurzfilm ist. Was ein Kurzfilm ist, das sagt mir meine Uhr.

Lars Henrik Gass, Festivalleiter Internationale Kurzfilmtage Oberhausen
  • Kurzfilme sind kurz: Sie können integral visioniert werden, als ganzer Film, so wie sie gemeint sind.
  • Mit einem Kurzfilm bleibt selbst in einer einzelnen Lektion noch Gelegenheit zu einer angemessenen Bearbeitung.
  • Einen Kurzfilm kann man sogar ein zweites oder ein drittes Mal schauen.

Der Kurzfilm wird über seine Länge definiert. Der Kurzfilm ist ein Medium der Innovation. Der Kurzfilm ist so vielfältig wie das ganze Kino.

Reinhard W. Wolf, Redaktion shortfilm.de
  • Kurzfilme sind Filme: Im Kurzfilm ist alles das zu entdecken, was Film zu bieten hat.
  • Kurzfilme sind innovativ, vielfältig, experimentierfreudig und ein immer junges Medium.
  • Kurzfilme sind ein junges und frisches Abbild des Films.

Das interessiert mich am meisten an Kurzfilmen: wenn sie in der Lage sind, die Kürze zu einer grösseren Dichte zu nutzen – als hätte man gequetschte Atome auf engstem Raum, wodurch eine solche Energie entsteht, dass man das Gefühl hat, gleich könnte eine Bombe platzen.

Tom Tykwer, Filmschaffender
  • Kurzfilme sind verdichtet, fokussiert, zielstrebig, prägnant, thesenhaft und provokant.
  • Kurzfilme machen eine Bearbeitung nicht nur möglich, sondern fordern sie geradezu heraus.
  • Kurzfilme machen genau das mit Film, was Lehrpersonen mit Unterrichtsinhalten machen sollten.