Lambs


„Määäh!“ – „Moooh, Wauwauwau, Kikerikiii!“: Wenn die lieben Kleinen sich ein bisschen schräg benehmen, kommen die Alten in Stress. Aber gerade das macht ja irgendwie auch den Reiz aus, jedenfalls aus Kindersicht. Ein Film zum Thema Eltern-Kind-Beziehung.

Papa Schaf und Mama Schaf stehen um das Lamm herum und „määähen“ es freundlich auffordernd an. Das Lamm schaut eher besorgt drein. Als es schliesslich ein mutiges und deutlich vernehmbares „Moooh“ vernehmen lässt, springen die Eltern entsetzt zur Seite. Mit dem Kopfschütteln der Alten endet die erste Szene. Szene zwei und drei gehen mit Gras-Fressen und Schaf-Schur ähnlich enttäuschend für die Eltern aus, während das Lamm immer selbstbewusster seinen eigenen Weg geht: „Moooh!“ Als aus der Nachbarschaft das laut vernehmbare „Wauwauwau“ eines anderen Lamms ertönt, weitet sich der Blick, und eine weiteres Nachbarskind lässt sein „Kikerikiii“ hören. Da endlich wird aus dem betrübten Kopfschütteln der Alten ein beruhigtes Lächeln: Ja, die Lämmer spinnen alle ein bisschen. Wie gut!

Der Film ist nicht nur (ganz offensichtlich) für Elternabende oder (andererseits) für langsam pubertierende Kinder bzw. Jugendliche sehr ansprechend, sondern schon viel früher. Die Eltern-Kind-Beziehung ist für beide Seiten ein zentrales Thema. Kinder merken schon sehr bald einmal, dass sie nicht überall den Erwartungen ihrer Eltern entsprechen – und das wollen sie auch nicht immer.

Im Unterricht kann anhand des Films das Verhältnis zwischen Kindern und Eltern oder der Unterschied zwischen Erwachsenen und Kindern thematisiert werden. Erwartungshaltung, Förderungsbemühungen und Anpassungsdruck stossen im Film auf Spielfreude, Unvernunft und eigenständige Individualität. Der Film ermuntert dazu, diese Unterschiede zu entdecken und der Kindheit ihren Raum zu lassen.

Es lohnt sich, die drei Schritte und die Auflösung des Films etappenweise nachzuvollziehen. In einem ersten Durchgang könnte dabei das sichtbare Verhalten des Lamms untersucht werden: Was geschieht in diesem Film und was tut das Lamm? In einem zweiten Durchgang könnte zurückgefragt werden nach den inneren Vorgängen. Hier bietet sich der Film als Projektionsfläche für die Erfahrungen der Kinder an, auf der auch so schwierige Erlebnisse wie überhöhte Erwartungen der Eltern, Leistungsdruck und Versagensängste oder sogar die Erfahrung von Ungenügen, Versagen und Ablehnung verhandelbar werden: Wie mag sich das Lamm fühlen und was mögen seine Gedanken, seine Wünsche, seine Hoffnungen sein?

Mit seinem glücklichen Ausgang könnte der Film sogar richtungsweisend sein bei der Suche nach Ressourcen zur Selbstbehauptung: Was hilft dem Lamm dabei, beharrlich bei seinem eigenen „Moooh“ zu bleiben, seinen eigenen (? – naja) „Style“ zu finden und glücklich auf seiner Wiese herumzuspringen? Dazu: Was brauchen die Eltern, damit auch sie endlich locker werden?

Die vom deutschen Bundesverband Jugend und Film produzierte DVD „Kurzfilme für Kinder – Mit Prädikat (2)“ mit nichtgewerblich-öffentlichem Vorführrecht (Ö-Recht) enthält neben dem Film umfangreiche, auch online zugängliche Arbeitsmaterialien von Sabine Kögel-Popp.

Die vom Katholischen Filmwerk produzierte DVD „Lämmer“ mit nichtgewerblich-öffentlichem Vorführrecht (Ö-Recht) enthält neben dem Film die auch online zugängliche Arbeitshilfe von Margit Metzger.


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