Material-Medium: Material Online


„Une équation qui ne tourne pas rond“ – Das Musikvideo ermöglicht einen guten Zugang zur unterrichtlichen Auseinandersetzung mit dem vermeintlich schweizerischen Premium-Produkt Schokolade und den Produktionsbedingungen und Handelsbeziehungen des Schokoladen-Rohstoffs Kakao. Wie von Geisterhand spielt das Klavier – weisse Tasten und schwarze Tasten ganz aus Schokolade. Das ist lustig und irgendwie auch ekelig. Ebenfalls der einsetzende Kontrabass ist aus Schokolade, dahingestreckt am Boden. Alles aus Schokolade, sonst nur grauer Karton. Vers eins, ein schokoladenverschmiertes Gesicht rappt französisch durch das Loch in der Kartonwand. Kein Gangsta-Rap, keine Umgangssprache, sondern sorgfältig formulierte Sprache, gestaltete Verse, geistreich, hintersinnig und […]

Petit Carré – Jonas


„… da war es nur noch eins!“ (wie im unsäglich-unsingbaren Kinderlied) – Mit einem Mix aus Animation und Realfilm konfrontiert Fabio Friedli abstrakte Vorstellungen von Flucht und Asyl mit der Wirklichkeit von flüchtenden Menschen: Ein Plädoyer für Humanität. Animation: Kugelschreiber auf Zeichenpapier, wie eine Karikatur hingekritzelt, stark reduziert und etwas salopp. Durch die Wüste fährt ein Lastwagen, darauf Gepäck und zahllose Strichmännchen, absurd getürmt bis an den Himmel. Es ist geradezu unterhaltsam, wie die Figuren durch verschiedene Umstände und Ereignisse nach und nach dezimiert werden, amüsant, wie sie in der Achterbahn schreien, sich an der Sonne versengen […]

Bon Voyage



„Forming, storming, norming, performing“ (Tuckman) – Der äussert bewegte Animationsfilm führt spielerisch, mitreissend und höchst amüsant die typischen Prozesse und Phasen einer Gruppe vor. Dabei ist die Sympathie zwischen der bunten Kuh und der quietschenden Maus äusserst ansteckend, für alle Altersgruppen! Zwei rosarote Plüsch-Schafe hängend dämmernd in einem Mobile, nebenan ein verdriesslicher blauer Hund mit Schiebermütze, auf der anderen Seite drei orange-gelbe Hühner, das mittlere arg plattgedrückt, wiederum gegenüber ein schläfriges dickes, grünes Schwein – und ganz zuoberst eine kleine, kleine Maus, die bewegt an ihrem Schnürchen baumelt. Gut ausbalanciert und einigermassen unbewegt. Aha, diese Gruppe ist nur […]

Mobile


„Die haben es doch alle gesehen.“ – Der Kurzfilmklassiker von Pepe Danquart nervt zunächst ganz gehörig und regt schliesslich an zum befreienden Lachen sowie – ganz ohne moralisierenden Unterton – auch zum Nachdenken über Zivilcourage. Der Film feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum und funktioniert noch immer. Der Film sah schon immer älter aus als er ist: In einem fast zeitlosen und etwas unscharfen schwarz-weiss-Bild fährt eine S-Bahn in den Bahnhof ein – Berlin, im Hintergrund der Fernsehturm. Im Vordergrund versucht ein Mann erfolglos, sein Motorrad zu starten. An der Tramhaltestelle ein Querschnitt der Berliner […]

Schwarzfahrer



„Bist du zwar grünes Schaf, aber mit die Stolz von die Papa! Und das ist ganze Miete schon halb.“ – Tatsächlich scheint Marcel neben dem flauschigen Fell seiner Mutter und der grünen Farbe seines Vaters auch das allerwichtigste aus seiner Patchwork-Familie mitbekommen zu haben: Ein gesundes Selbstvertrauen für das Leben in einer multikulturellen Welt. In diesem amüsanten Animationsfilm werden wir Zeugen der Dreharbeiten einer Kurzdokumentation über die Patchwork-Familie El Sapo. Zunächst stellt sich der Vater vor: Juan El Sapo, ein „echter Latino-Frosch aus Puerto Rico“, aus erster Ehe bringt er seine beiden Söhnen Pablo und Pietro mit. Dann ergreift die […]

Das grüne Schaf


„Mama, wir sind draussen!“ – Im zunächst äusserst abschätzigen Umgang des Jungen mit dem kleinen Hund und dessen Behinderung spiegelt sich nur seine Selbsteinschätzung als behindert, minderwertig und unvollkommen. Doch wenn das eigene Spiegelbild so ungehindert lebenslustig herumtollt, dann ist das ansteckend, glücklicherweise! Bereits im Vorspann konfrontiert der Film mit einer sehr kriegerischen Tonspur, erst mit dem zweiten Bild wird klar, wo der Film verortet ist: Die Hauptfigur des Films, ein etwa zwölfjähriger Junge, sitzt mit einer Spielkonsole auf dem Sofa vor dem Fernseher. Die heruntergelassenen Storen lassen fast kein Sonnenlicht hinein, der Junge hängt mit seinen Augen […]

The Present



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„Nein, er lebt da unten.“ – Das kleine Mädchen hat eigentlich gar nicht um Belehrung gebeten, aber die gibt es mancherorts trotzdem – hoffentlich nicht im Unterricht. Der Film regt an zum Austausch über Strategien zur Bewältigung von Sterben, Tod und Trauer – und nebenbei auch zur Befragung des eigenen Unterrichtsanlage. Ein Mädchen spielt Fussball, auf dem Friedhof: Es kickt den Ball gegen einen Grabstein und ist ganz versunken in sein Spiel. Kopfschüttelnd tritt ein Mann dazu und fragt: Was denkst du, was du da machst? Für das Mädchen ist das eine offensichtlich dumme Frage, aber es […]

Under There


„Hals über Kopf“ oder „Kopf über Hals“? – In einer Partnerschaft zwischen zwei Menschen können oben und unten und richtig und falsch bisweilen einigermassen durcheinander geraten, so dass die Frage nach dem festen Boden nicht mehr leicht zu beantworten ist. Kurz vor dem Weckerklingeln erwacht ein älterer Mann, er horcht und setzt seine Brille auf. Im anderen Bett liegt seine Frau, trotz des Klingeln des Weckers neben ihr schläft sie seelenruhig. Er schlägt mit seiner Faust an die Wand und irgendwo fällt der Wecker zu Boden. Wortlos beginnt eine lange eingespielte, lieblose Tagesroutine. Eine unterschwellige Aggression drückt […]

Head over Heels