Sprache: ohne Dialog


„MANTRA chronicles the dangerous obstacles refugees FACE on their journeys to reach safer harbors.“ – Das so irritierende wie aufwühlende Musikvideo verknüpft den kraftvollen Track von Noisia mit ziemlich realistischen Bildern von Flucht, Migration und der europäischen Asylpraxis. Ein nicht vollendeter und unfertig heruntergekommener Neubau: In der kreisrunden Auffahrt zum Parkhaus liegt ein verdreckter und verknitterter Union Jack. Der Wind erfasst und trägt ihn mit sich in die Höhe. Im Innern des Gebäudes überall Bauschutt, aufgerissene Wände, herunterhängende Kabel und: kauernde Menschen, versteckt, wartend, lauernd – auch die Musik. Gemeinsam mit der sich langsam und machtvoll entwickelnden Dynamik des Noisia-Tracks kommen […]

Mantra – Noisia


„Donkey! Esel!“ – Die filmische Fabel wirft den Blick auf Lebensumstände, in denen Menschen wie Esel behandelt werden und fragt danach, wie den Eseleien von Ausbeutung und Überforderung zu entkommen wäre, um wieder Mensch zu werden. Die Kamera schweift an der Seepromenade entlang, Kindergeschrei im Hintergrund, ein mürrisch dreinblickender Mann mit einem Schild: Donkey Rides – Eselreiten. Daneben ein Esel, aufrecht auf zwei Beinen, in Kleidern, rauchend und sehr schlecht gelaunt. Er zuckt zusammen, als der scharfe Ruf des Mannes ertönt: Donkey! Ein kleiner Junge steht da mit seiner Mutter und will Esel reiten. Donkey verzieht das Gesicht, […]

Donkey



Tief durchatmen zur Erlösung, und loslassen. – Für Freunde der verbreiteten Vorstellung, das Himmelreich sei schon auf Erden zu haben, ganz nach individuellen Wünschen möblierbar und eigentlich nur eine Frage des persönlichen Engagements, ist dieser schöne Film eine ziemliche Horrorvision. Stellen wir uns vor, unsere Existenz bestehe aus einer Serie bedeutungsloser Abläufe: Schlaf, Essen, Arbeit, Essen, Fernsehen, Schlaf, Essen, Arbeit, Essen, Fernsehen, Schlaf … Auch Nahrung, Kleidung, Häuser, Autos, Flugzeuge, ja sogar Menschen, Arbeit und Kunst existierten ausschliesslich in Serie. Mehr noch: Das Leben selbst sei ein einziges again, noch einmal. – Dieser Film erkundet, wie es wäre, wenn: Die Hauptfigur macht die zentrale Erkenntnis über ihre Existenz im Videospiel, […]

Again


Die perfekte Vater-Maschine verbindet Fürsorge und Verlässlichkeit mit kindlichem Spieltrieb und kulinarischem Rundum-Verwöhn-Programm: Besser als es jeder fleischliche Vater könnte! Ein Erfinder schraubt in der Werkstatt an seinem neusten Projekt herum und ist glücklich in die Arbeit vertieft. Als er nach dem Schraubenschlüssel greift, hängt da ganz unerwartet ein Kind dran: Seine Tochter! Die beiden Welten des Erfindens von wundersamen Maschinen und der Erziehung seiner (geliebten!) Tochter sind gar nicht so leicht miteinander in Einklang zu bringen. Vater und Tochter bemühen sich auf je eigene Weise um ihr Gegenüber, aber ebenso wenig, wie sich dem Töchterchen […]

Papa



„Dein Leben nervt; probier Super Life!“ – Der Animationsfilm über ein nur 46 Sekunden kurzes „Super-Leben“ kommt als Teaser für ein fiktives Arcade-Game daher und verbindet die 8-Bit-Ästhetik der 80er-Jahre mit einem Smartphone-kompatiblen Bildformat. Doch nicht nur formal, sondern auch inhaltlich hat das Filmchen einiges zu bieten – wenn auch alles arg schnell geht. Der Kurzfilm zeigt fünf Spiel-Levels aus dem fiktiven Arcade-Game „Super Life“: Das Leben beginnt bei einem schlafenden Säugling und der blinkenden Aufforderung „press start“. Innerhalb der Spiel-Logik geht es um das Erreichen von Levels (Kid, Teen, Adult, Elder), während der Health-/Life-Score (hier als Herzchen) niemals auf […]

Super Life


„Wovon singen Maschinen?“ – Die hier filmisch dokumentierte Installation ist eigentümlich berührend und zutiefst erschütternd. Sie wirft zunächst ein betrübliches Bild auf die menschliche Vorliebe für schwülstige Balladen und ihre mediale Inszenierung. Vor allem stellt sie einigermassen schmerzhafte Fragen nach Wirklichkeit, Echtheit, Wahrheit und danach, was den Mensch zum Mensch macht. Der Raum weiss-grau im Kunstmuseums-Style: zwei sachlich-schwarze Metallständer, die einen ebenfalls schwarzen Computer-Monitor tragen – auf der Höhe eines menschlichen Kopfs. Davor sorgfältig ausgerichtet ein Mikrophon-Ständer mit Mikrophon, schwarz. Diese Maschine singt: Auf schwarzem Grund schreibt sie mit einer weissen Retro-Computerschrift den Songtext auf den Screen. Und […]

What do machines sing of?



„Without a thought there exists nothing.“ – Die Bedrohlichkeit der nicht enden wollenden Flut der Gedanken wird in diesem Film eindrucksvoll in Szene gesetzt. Doch Leben ohne Denken gibt es nicht und ohne Gedanken existiert nichts. Und überraschend bietet die Kehrseite des vollgeschriebenen Blattes eine Entdeckung: das unbeschriebene Blatt. Die Rolläden öffnen sich, der Wecker klingelt blinkend und die Hauptperson wacht auf: An Stelle eines Kopfs hat sie eine Schreibmaschine. Mit der S-Bahn geht es ins Büro, dabei wird deutlich, dass in der Welt von Typewriterhead alle Menschen Schreibmaschinenköpfe sind. Gedanken äussern sich darin, dass die Schreibmaschine […]

Typewriterhead


„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“ (Aristoteles) – Die Kuh verliert über Nacht ihre Flecken und macht sich auf die Suche. Der sehr harmlos wirkende Film über verschwundene Kuhflecken ermöglicht einen Einstieg in die Fragen nach Ganzheit und Identität, oder auch Freundschaft. Die Kuh ist müde und steht schwer in ihrem Stall: Muh! Vor dem Schlafen leckt sie sich über das Fell und kitzelt damit die beiden weissen Flecken, die vor Kichern kaum stillhalten können. Die Kuh zieht die Decke über sich und träumt davon, im Himmel schwerelos von Wolke zu Wolke zu […]

Cow