Film-Medium: Film Online


„Ha ha ha ha ha!“ – Wenn die Gans mit Schwimmring über den Wolf im Tutu lacht: Eine schöne Geschichte über das Ausgelacht-Werden und das gemeinsame Lachen, von Mobbing-Erfahrungen und gegenseitiger Akzeptanz. Der Wolf stapft nachts durch den Wald: keuchend, ja knurrend, mit grimmiger Miene und gewaltigem Schritt, die Arme vor lauter Kraft angewinkelt. Als ihm eine gackernde Gans entgegenkommt, lässt er ein furchtbares Gebrüll vernehmen, zeigt seine spitzen Zähne und die Gans nimmt Hals über Kopf Reissaus. Zielstrebig geht er weiter, bleibt unvermittelt stehen und schaut sich verstohlen um. Plötzlich lächelt er, alle Anspannung fällt von […]

Wolf


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„impasse [ɛ̃’pa:s] f – Sackgasse f; Abstellgleis n; fig. Klemme f.“ – Mit den Qualitäten eines Stummfilms lotet dieser Kurzfilm das Spannungsfeld von Liebe und Rassismus aus. Die Begegnung zwischen zwei Menschen beginnt verheissungsvoll und endet doch rätselhaft in einer Sackgasse. Erst am Ende wird deutlich, welche Klemme auf das Abstellgleis geführt hat. Ein junger Mann sitzt in der U-Bahn und schaut aus dem Fenster, sein Blick ist eher gegen innen gewandt. Jemand legt sein Gepäck auf den freien Platz gegenüber. Eine Frau, etwa gleichaltrig, dunkelhäutig, in einem glänzenden blauen Oberteil, das ihre weibliche Figur betont. Der Mann schaut interessiert, offenbar bemüht, nicht […]

Impasse



„Kikerikiii!!!“ – Der so ansprechende wie amüsante Kurz-Film-noir-auf-dem-Bauernhof spielt die Idee mal durch, dass die Henne ihr Ei nicht herausrücken will. Mit Spannung, Tempo, Action und zahlreichen Zitaten aus der Filmgeschichte macht der Film grossen Spass und könnte schliesslich noch anregen zum Nachdenken über das Verhältnis von Mensch und Tier. Bereits der Vorspann signalisiert den augenzwinkernden Kulturschock: In das entspannte Vogelgezwitscher fährt jäh ein jazziges Startsignal. Der in Retro-Schrift präsentierte Film-Titel spannt Bezüge zu amerikanischen Hardboiled-Krimis. Auch der harte Bildkontrast und das nur durch Sepia-Töne erweiterte schwarz-weiss-Bild nehmen klassische Gestaltungselemente des Film noir auf. Doch zunächst klettert der Hahn auf den Mist, […]

Hard Boiled Chicken


„Die haben es doch alle gesehen.“ – Der Kurzfilmklassiker von Pepe Danquart nervt zunächst ganz gehörig und regt schliesslich an zum befreienden Lachen sowie – ganz ohne moralisierenden Unterton – auch zum Nachdenken über Zivilcourage. Der Film feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum und funktioniert noch immer. Der Film sah schon immer älter aus als er ist: In einem fast zeitlosen und etwas unscharfen schwarz-weiss-Bild fährt eine S-Bahn in den Bahnhof ein – Berlin, im Hintergrund der Fernsehturm. Im Vordergrund versucht ein Mann erfolglos, sein Motorrad zu starten. An der Tramhaltestelle ein Querschnitt der Berliner […]

Schwarzfahrer



„MANTRA chronicles the dangerous obstacles refugees FACE on their journeys to reach safer harbors.“ – Das so irritierende wie aufwühlende Musikvideo verknüpft den kraftvollen Track von Noisia mit ziemlich realistischen Bildern von Flucht, Migration und der europäischen Asylpraxis. Ein nicht vollendeter und unfertig heruntergekommener Neubau: In der kreisrunden Auffahrt zum Parkhaus liegt ein verdreckter und verknitterter Union Jack. Der Wind erfasst und trägt ihn mit sich in die Höhe. Im Innern des Gebäudes überall Bauschutt, aufgerissene Wände, herunterhängende Kabel und: kauernde Menschen, versteckt, wartend, lauernd – auch die Musik. Gemeinsam mit der sich langsam und machtvoll entwickelnden Dynamik des Noisia-Tracks kommen […]

Mantra – Noisia


„Donkey! Esel!“ – Die filmische Fabel wirft den Blick auf Lebensumstände, in denen Menschen wie Esel behandelt werden und fragt danach, wie den Eseleien von Ausbeutung und Überforderung zu entkommen wäre, um wieder Mensch zu werden. Die Kamera schweift an der Seepromenade entlang, Kindergeschrei im Hintergrund, ein mürrisch dreinblickender Mann mit einem Schild: Donkey Rides – Eselreiten. Daneben ein Esel, aufrecht auf zwei Beinen, in Kleidern, rauchend und sehr schlecht gelaunt. Er zuckt zusammen, als der scharfe Ruf des Mannes ertönt: Donkey! Ein kleiner Junge steht da mit seiner Mutter und will Esel reiten. Donkey verzieht das Gesicht, […]

Donkey



Tief durchatmen zur Erlösung, und loslassen. – Für Freunde der verbreiteten Vorstellung, das Himmelreich sei schon auf Erden zu haben, ganz nach individuellen Wünschen möblierbar und eigentlich nur eine Frage des persönlichen Engagements, ist dieser schöne Film eine ziemliche Horrorvision. Stellen wir uns vor, unsere Existenz bestehe aus einer Serie bedeutungsloser Abläufe: Schlaf, Essen, Arbeit, Essen, Fernsehen, Schlaf, Essen, Arbeit, Essen, Fernsehen, Schlaf … Auch Nahrung, Kleidung, Häuser, Autos, Flugzeuge, ja sogar Menschen, Arbeit und Kunst existierten ausschliesslich in Serie. Mehr noch: Das Leben selbst sei ein einziges again, noch einmal. – Dieser Film erkundet, wie es wäre, wenn: Die Hauptfigur macht die zentrale Erkenntnis über ihre Existenz im Videospiel, […]

Again


„Bist du zwar grünes Schaf, aber mit die Stolz von die Papa! Und das ist ganze Miete schon halb.“ – Tatsächlich scheint Marcel neben dem flauschigen Fell seiner Mutter und der grünen Farbe seines Vaters auch das allerwichtigste aus seiner Patchwork-Familie mitbekommen zu haben: Ein gesundes Selbstvertrauen für das Leben in einer multikulturellen Welt. In diesem amüsanten Animationsfilm werden wir Zeugen der Dreharbeiten einer Kurzdokumentation über die Patchwork-Familie El Sapo. Zunächst stellt sich der Vater vor: Juan El Sapo, ein „echter Latino-Frosch aus Puerto Rico“, aus erster Ehe bringt er seine beiden Söhnen Pablo und Pietro mit. Dann ergreift die […]

Das grüne Schaf